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Tiergarten

Der Name "Tiergarten"

Recherchen deuten darauf hin, dass der Name Tiergarten von der Bezeichnung „Thiegarten“ abgeleitet wurde. Ein „Thie“ war eine Versammlungsstätte, wo auch Recht gesprochen wurde. Dort standen ein oder mehrere Bäume, die den Platz säumten, eben wie in einem Garten.

Die Vielzahl der Flurbezeichnungen wie „Im Thiergarten“, „Bei dem Thiergarten“, „Hinter dem Thiergarten“ und weitere ähnlich lautende Bezeichnungen lassen vermuten, dass im Bereich der heutigen Siedlung Tiergarten ein „Thie“ vorhanden war. „Thies“ befanden sich häufig an wichtigen Straßenknoten. Das würde auch auf den hier beschriebenen „Thie“ zutreffen.

Eine Karte, auf der die Belagerung der Stadt Braunschweig im Jahre 1615 dargestellt wird, weist nördlich von Lamme die Bezeichnung Gericht aus. Es könnte sich hierbei um das Untergericht „Gericht zur Eiche“ handeln. Aus der Karte ist jedoch nicht eindeutig zu erkennen, ob es sich bei der Stelle um das Gebiet des heutigen Tiergartens oder des Kanzlerfeldes handelt.

Zumindest lassen die beschriebenen Indizien die Vermutung zu, dass der Name Tiergarten von „Thie“ abgeleitet wurde, weil sich in der Nähe der Flure mit der Bezeichnung „Thiergarten“ ein „Thie“ bzw. das „Gericht zur Eiche“ befunden hat.

Fazit: Der Name Tiergarten hat nichts mit Tieren oder gar mit einem Zoo zu tun.

Planung und Errichtung der Siedlung

1959
Erste Planungen durch Gemeinde Lamme und Beschluss zur Aufstellung des Flächennutzungsplanes „Lammer Busch“.
Die Leiter der PTB und der LFA werben für die Errichtung von Wohnraum bei der Gemeinde und dem Regierungspräsidenten Braunschweig.

1960
Erwerb der Grundstücke im Plangebiet Lamme Nord durch die Westbauträger GmbH, Mainz.
Die Gemeinde Lamme verhandelt mit dem Bauträger über einen Erschließungsvertrag.

1961
Die neue Grundstückseigentümerin firmiert nun unter Dr. Koppe und Co. KG.
Die Stadt Braunschweig lässt die Abwassererschließung für das Neubaugebiet über die LFA nicht zu. Der  Bauträger fragt an, ob die Stadt für das Areal Lamme Nord ein adäquates Tauschgelände im neuen Baugebiet Kanzlerfeld anbieten kann. Es seien bereits 70 Interessenten vorgemerkt.

1962
Der Bauträger tritt nun mit dem Namen GEFFAH auf. Die Gemeinde Lamme kalkuliert mit ca. 400 neuen Einwohnern.

1963
Der Bauträger GEFFAH und die Gemeinde Lamme unterschreiben den Erschließungsvertrag. Die GEFFAH übernimmt die Durchführung der Erschließung und trägt die Kosten. Die Herstellung eines Rad- und Fußweges vom Baugebiet nach Lamme ist ebenfalls Gegenstand des Vertrages.
Baubeginn in der neuen Siedlung. Zunächst werden die Reihenhäuser errichtet, danach die Einzelhäuser.

Bis 1965
Fertigstellung der Siedlung

Informationen und Daten über die Siedlung

Bebauung
In der Siedlung stehen insgesamt 115 Wohnhäuser. Davon sind 82 Reihenhäuser und 33 Einzelhäuser.

Infrastruktur
Im Nordwesten und Nordosten der Siedlung befindet sich jeweils ein Spielplatz. Sie sind großzügig mit Spielgeräten ausgestattet und in einem guten Zustand. Die Siedlung lässt sich über eine einzige Straße erschließen, die als Ring ausgeführt ist.
Mit den Haltestellen „Tiergarten“ und „Tiergarten Nord“ ist die Siedlung an das Nahverkehrsnetz der Stadt angebunden.

Das Umfeld
Im Norden und Osten rahmen kleine Waldflächen die Siedlung ein. Hinter dem Wald im Norden schließt sich getrennt durch die Landesstraße 638 das Gelände der FAL an. Im Westen und Süden liegen Ackerflächen, wodurch ein weiter Blick in die Ferne ermöglicht wird. In den Gärten sind u. a. Wühlmäuse und Maulwürfe zu Hause. Gelegentlich verirrt sich auch einmal ein Reh auf die Grundstücke. Jährlich wiederkehrend krabbeln Maikäfer aus dem Boden und umschwärmen bei Dunkelheit die Laternen. Ein Besonderes Schauspiel bieten Glühwürmchen bei milden Temperaturen Anfang Juli den Einwohnern im Norden, wenn die Insekten bei Dunkelheit vom Wald in die Gärten hineinfliegen.

Der Generationenwechsel hat eingesetzt
Bereits vor zehn Jahren setzte der Generationenwechsel in der Siedlung ein. Während das Leben davor, besonders an Wochenenden, fast geräuschlos ablief, prägen heute wieder viele Kinder und Jugendliche den Alltag auf der Straße, den Spielplätzen und in den Gärten.

Quellen:

• Stadt Braunschweig

  • Referat Stadtentwicklung und Statistik
  • Stadtarchiv

• Hans-Peter Roppel, „Die Geschichte der Feldmark des Dorfes Lamme in Ihren Flurnamen“
• Staatsarchiv Wolfenbüttel

 

 

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